MTB

Tipps und Tricks für Einsteiger

Die Faszination Mountainbike ist zurzeit so stark im Trend wie noch nie zuvor, hierfür gibt es mehrere Gründe. Neben dem sportlichen Anreiz ist es insbesondere der Mix aus Naturerlebnis  und fahrtechnischen Herausforderungen die den Sport in der Vielfalt so einzigartig machen. Dazu haben sich Mountainbikes inzwischen zu ausgereiften und hocheffizienten Zweirädern entwickelt, die es einem inzwischen ermöglichen fast jeden Berg zu befahren. Selbst Etappen-Touren über die Alpen sind inzwischen in der Hobby - Szene etabliert zum absoluten Highlight für den ambitionierten Biker geworden.

Doch aller Anfang ist schwer, um den Einstieg ins „biken“ (Fachbegriff für Mountainbike fahren) zu erleichtern, möchten wir allen Interessenten auf dieser Seite einen groben Überblick bieten, um für das Hobby „biken“ gut vorbereitet und gerüstet zu sein. Wir orientieren uns dazu am klassischen Touren- und Hobbybiker (nicht der sogenannten „Downhill Fraktion“), da diese Gruppe den größten Anteil in der Szene darstellt. Denn wer sich als Einsteiger kurzum mit dem Thema Mountainbike beschäftigt, wird schnell erkennen, dass dieses Hobby die letzten Jahre sehr vielfältig und facettenreich geworden ist und man schnell mit der Auswahl an Mountainbikes überfordert ist. Deshalb möchten wir als erste Hilfestellung und Vorbereitung kurz die wichtigsten Fragen beantworten, diese bewerten und teils näher erläutern:

Welche Mountainbikes (MTB) gibt es zu kaufen und was muss ich besonders beachten?

Als Anfang der 90er Jahre das MTB in der Fahrradszene Einzug hielt, gab es lediglich „Hardtails“, das waren seinerzeit bestenfalls Stahl- oder Alurahmen mit 26“ Laufrädern, Stollenreifen und gänzlich ungefedert. Seit der Zeit hat sich sehr viel verändert, der Markt boomt wie nie zuvor – und es werden ständig neue Innovationen angeboten. Viele Bikes sind inzwischen zu HighTech Boliden aus feinsten Metallen und Kohlefaserstoffen mutiert, demnach reicht das Preisspektrum für Serienmodelle inzwischen von 1.000€ bis nahezu 10.000€.

Aus dem Grund fällt es einem Einsteiger inzwischen sehr schwer, ein für Ihn passendes Bike zu finden und sich zu entscheiden, als Orientierungshilfe hier ein Leitfaden zu den angebotenen Bike Typen:

Hardtail: Die Mutter aller Mountainbikes, hiermit fing alles an – nach der Erfindung der Fullys wurde es von vielen Experten in der Szene als „Auslaufmodell ohne Zukunft“  bezeichnet, doch es hat sich aufgrund der nachhaltigen Vorteile eine Daseinsberechtigung gesichert. Hardtails sind nach wie vor am besten für Einsteiger geeignet, die  Bikes sind günstiger in der Anschaffung, robust, leicht, vortriebsstark und einfach in der Wartung. Selbst Marathon- und Cross Country Profis schwören im Renneinsatz auf Hardtails aufgrund des geringen Gewichts und der besten Uphill Performance. Basis ist ein Alu-, Titan- oder Carbonrahmen mit Federgabel (ca. 100mm Federweg) ,  Laufradgröße: 27,5“ und 29“; Gewicht: 9-12KG, Neupreis:  > 1000€, Zielgruppe: Einsteiger, sportlich ambitionierte Biker (überwiegend Uphill orientiert); Einsteiger Hardtails: Bulls Copperhead, Canyon AL, Radon ZR, Cube LTD, Specialized Rockhopper  / Topseller Hardtails: Cannondale Flash, Cube Reaction, Simplon Razorblade, Specialized Stumpjumper HT

Fully: Überbegriff für ein vollgefedertes MTB. Ein Fully bietet aufgrund der zusätzlichen Federung am Heck maximalen Komfort und bessere Traktions- und Laufeigenschaften im Gelände, dafür ist es gegenüber einem Hardtail deutlich teurer, hat ein höheres Gewicht, ist wartungsintensiver und defektempfindlicher aufgrund der aufwendigeren Technik. Dabei wird nochmals wie folgt unterschieden:

Tourenfully: Das Bike mit dem breitesten Einsatzspektrum bietet den besten Kompromiss und ist  neben einem Hardtail am besten für Einsteiger geeignet, es war lange Zeit in der Szene am weitesten verbreitet. Vollgefederter Alu-oder Carbonrahmen mit Federgabel und Dämpfer (mit ca. 120mm Federweg). Laufradgröße: 27,5“ und 29“, Gewicht: 10-13KG, Neupreis: > 2000€, Zielgruppe: Einsteiger, Tourenbiker, sportlich ambitionierte Biker (Uphill und Downhill), Alpencrosser; Topseller Tourenfullys: Specialized Epic, Rocky Mountain Element, Canyon Nerve, Cube AMS, Ghost AMR, Stevens Fluent, Scott Genius, Radon Skeen

All-Mountain: Bietet im Gegensatz zum Tourenfully mehr Downhill Reserven, dafür meist etwas schwerer, diese Bikes liegen derzeit am meisten im Trend. Vollgefederter Alu-oder Carbonrahmen mit Federgabel und Dämpfer (mit ca. 130mm – 160mm Federweg). Laufradgröße: 27,5“ und 29“, Neupreis: > 2500€, Gewicht: 11-14KG, Zielgruppe: Tourenbiker, sportlich ambitionierte Biker, tendenziell mehr Downhill orientiert,  Alpencrosser ; Topseller All-Mountains: Specialized Stumpjumper, Cube Stereo, Canyon Spectral, Trek Remedy, Giant Reign

Enduro: Wer in erster Linie dem ambitionierten Downhill zugeneigt ist, ist beim Enduro an der richtigen Adresse, Anstiege sind dabei lediglich Mittel zum Zweck. Vollgefederter Alu-oder Carbonrahmen mit Federgabel und Dämpfer (mit ca. 150mm – 170mm Federweg). Laufradgröße: 26“, 27,5“ und 29“, Neupreis: > 3.000€, Gewicht: 12-14KG, Zielgruppe:  Sportlich Downhill orientiert ; Topseller Enduros:  Specialized Enduro, Radon Slide, Cube Fritzz

Downhill Fully: Perfekt für alle Downhill Junkies und Freerider, für steilere Anstiege nur bedingt geeignet. Vollgefederter Alurahmen mit Federgabel und Dämpfer (>160 mm Federweg). Laufradgröße: 26“, 27,5“, Gewicht: >14KG, Neupreis: > 4.000€, Zielgruppe: Downhill. Diese Bikes sind nicht zum Touren fahren gemacht und geeignet.

Wo kann man Mountainbikes kaufen und wieviel Geld sollte man investieren?

Wir empfehlen ausdrücklich Bikes die einem soliden Qualitätsanspruch genügen, also Finger weg von den sogenannten „Aldi oder Baumarktbikes“. Wer sich für das Hobby Mountainbike entscheidet sollte der Sicherheit- und Qualität wegen die Produkte namhafter Hersteller mit soliden Parts ausgestattet kaufen, der Neuwert für Hardtails liegt dann bei ca. 1000€. Nur dann ist einem eine nachhaltig andauernde Freude am Fahren gewiss aufgrund einer angemessenen Ausstattung. Wenn man als Einsteiger bereits ein Mountainbike eines namhaften Herstellers (s. unten) hat, sollte es mindestens 500€ gekostet haben und eine Federgabel und solide Bremsen (bestenfalls mit hydraulischen Felgenbremsen) besitzen, zum Einstieg reicht das in der Regel erst mal aus. Allemal besser als ein Bike für 3000€ kaufen, eins zwei Berge fahren und dann demotiviert (weil es eben trotz des hohen Preises auch nicht von alleine fährt) im Keller einstauben lassen.

Bikes sollte man beim Händler um die Ecke oder im Internet, beim Großhandel (z.B. Bikemaxx oder Fahrrad Stadler) oder beim Direktversandhandel kaufen.

In unserer Region sind folgende Händler besonders zu empfehlen: Wellmann Bikes in Gundernhausen, Radstall Klapproth in Ober-Ramstadt, Bikerstreff in Bensheim, Rodenstein Bikes in Fränkisch- Crumbach. Im Internet sind die Händler Bike24 und Hibike besonders nennenswert.

Hier ein Überblick über die geläufigsten Händlermarken:

Bergamont, BMC, Bulls, Cannondale, Cube, Focus, Ghost, Giant, Haibike, KTM, Lappiere, Liteville, Merida, Rocky Mountain, Rotwild, Scott, Simplon, Specialized, Steppenwolf, Stevens, Trek

Wer sein Bike beim Händler kauft, kann sich auf den Inspektions-Service und die Beratung des ausgewiesenen Fachmannes berufen und bestenfalls verschiedene Bikes vorab Probefahren. Dafür sind die Bikes beim Händler in der Regel etwas teurer aufgrund der einkalkulierten Händlermarge.

Im Direktversandhandel haben die Bikes eine vergleichsweise hochwertigere Ausstattung, da man hier keine Händlermarge einkalkulieren muss. Dafür kann man die Bikes nur Vorort Probefahren und ist auf deren Service angewiesen, denn eine Inspektion von Versenderbikes wird meist nur ungern von Händlern durchgeführt.

Bekannte Versender Bikes sind:  Canyon, Radon und Rose

Eine gute Hilfe bei der Kaufentscheidung sind unabhängige Testbewertungen diverser Fachmagazine wie „Bike“ oder „Mountainbike“, doch wer ein aktuelles Modell erwerben will sollte sich bis spätestens Juni entschieden haben, sonst droht meistens der Ausverkauf (zumindest bei den Topsellern und Testsiegern)!!!

Tipp für Schnäppchenjäger: Die meisten Bike Modelle ändern sich jährlich, doch sind die Änderungen meist nur unwesentlich in der Farbe und der Komponenten, Vorjahresmodelle oder Vorführmodelle sind dann oft über 30% günstiger zu erwerben im Zeitraum Oktober-März. Durch den Boom der 29er Bikes werden 26er Bikes von den Herstellern kaum noch angeboten, viele Händler haben aber noch neue, meist hochwertige 26er Top-Modelle deutlich preisreduziert am Lager übrig. Man kann auch gebrauchte Bikes von Privat oder einem Händler kaufen, zur Orientierung: Ein Fully für NP 2500€ kostet nach 3-4 Jahren gebraucht und je nach Zustand noch etwa die Hälfte, wichtig dabei ist, dass die sensiblen Lager und Federelemente noch gut und in Takt sind.

Was muss ich beim Kauf eines Bikes besonders beachten?

Neben der Entscheidung Hardtail oder Fully ist es in erster Linie wichtig, die passende Rahmengröße zu wählen, zur Berechnung gibt es Formeln die sich auf Schrittlänge und Körpergröße und Fahrrad  beziehen, beim Händler wird man hierzu genau beraten. Wichtig ist inzwischen auch die Laufradgröße zu beachten, nachdem das einst unumstrittene 26“ Laufrad nun vom Markt mehr oder weniger gegen 29“ und 27,5“ (650B) verdrängt worden ist, ist die Wahl in erster Linie abhängig von der Körpergröße. Biker, die kleiner als 1,75m sind, sollten auf 27,5“ setzen, größere Biker auf 29“. Technisch versierte Biker tendieren lieber zu kleineren Rahmengrößen (da handlicher und wendiger), wogegen größere Rahmen dem Langstrecken Biker mehr entgegen kommen (bessere Laufruhe und Ergonomie). Nach Möglichkeit ist eine Probefahrt (bestenfalls eine kleine Tour) vorm Kauf immer empfehlenswert, gute Händler bieten das an.

Was benötige ich für eine zusätzliche Ausrüstung zum Biken?

Wer regelmäßig und ambitioniert biken will, kommt um eine gute Ausrüstung nicht vorbei. Sportkleidung aus Baumwolle sollte grundsätzlich vermieden werden, spätestens nach der zweiten Abfahrt kühlt man über den Schweißaustritt beim Anstieg stark aus und fängt sich rasch eine Erkältung ein. Helm, Brille, geeignete Kleidung und Schuhe sind notwendig, wenn man auf Dauer gesehen dem Hobby treu bleibt und Spaß haben will. Spezielle Fahrradbekleidung ist deshalb wichtig, da sie atmungsaktiv, wetterbeständig, robust und dem Sport entsprechend geschnitten sein muss. Fahrradbekleidung ist sehr teuer, macht sich aber im Laufe der Zeit wirklich bezahlt. Deshalb sollte man als Einsteiger vorerst sich nur auf das Wesentliche wie Helm, Brille, Trikot, Hose, Handschuhe und bestenfalls auch Schuhe (Klickpedal kompatibel) beschränken, allein dafür sind schon gut 300€ zu investieren. Es wird von locker lässig bis zur körpernahen Passform, von Frühjahrs- bis Winterkleidung alles geboten, je nach Vorlieben und Geschmack. Im Internet ist die Auswahl riesig, wer lieber vorher anprobieren möchte geht zum Händler. Schnäppchenjäger sollten wenn möglich im Saison Schlussverkauf aktiv werden, hier kann man bis zu 50% einsparen.

Hier eine Auswahl namhafter Bekleidungs-Hersteller:

Helme: Bell, Spezialized, Uvex, Giro, Met, Rudy / Brillen: Oakley, Adidas, Uvex, Shimano / Kleidung: Vaude, Specialized, Gore Bike Wear, Assos, Pearl Izumi, Mavic / Schuhe: Spezialized, Sidi, Shimano, Vaude, Mavic

Die meisten Schuhe sind geeignet für Klickpedale (mechanische Verbindung zwischen Schuh und Pedal), diese empfehlen sich aufgrund des sicheren Standes auf dem Pedal und der maximalen Kraftübertragung bei Anstiegen. Wer sich nicht so „gebunden“ fühlen will kann auf Flatpedals ausweichen, diese sind rutschfest und speziell im Downhill vorteilhaft.

Zusätzlich sollte immer ein Ersatzschlauch oder Flickzeug, eine Minipumpe, Minitool und 1-2 Müsliriegel (verstaut in Sattel- oder Trikottasche) sowie 1-2 Flaschen Apfelsaftschorle an Bord sein. Wenn die Touren länger dauern, empfiehlt es sich ein Bike-Rucksack (10-20L) mit Trinkblase (von Deuter, Camelback oder Vaude zum Beispiel).

Wer im dunklen fährt, sollte Batterie betriebene Leuchtmittel für Front und Heck parat haben, Reflektoren an der Kleidung sind ebenfalls wichtig, um schneller im Straßenverkehr wahrgenommen zu werden.

Zur eigenen Trainingskontrolle empfehlen wir einen Batterie betriebenen Tacho mit Kilometeranzeige und Zeitmessung, diese sind ab 15€ erhältlich. Wer ein Bordcomputer mit Höhenmesser, Pulsmesser und ggf. sogar Navigation haben möchte ist ab ca. 100€ dabei. Hersteller sind Sigma, Ciclo Sport, Polar, VDO u.a.

Bei der Anschaffung der Ausrüstung empfiehlt sich generell der Kauf im Fachhandel.

Welche Voraussetzungen muss ich als Einsteiger zum Biken mitbringen?

Mountainbike fahren ist in erster Linie ein  Ausdauersport, demnach ist ein gesunder physiologischer Allgemeinzustand notwendig. Wenn bereits eine gute Grundausdauer vorhanden ist (z.B. durch andere Sportarten wie Laufen, Fussball etc.) fällt einem der Einstieg natürlich etwas leichter. Da der Radsport im Allgemeinen sehr hohe- und komplexe physiologische Anforderungen voraussetzt, braucht man in erster Linie Zeit und eine längere Eingewöhnungsphase beim Trainieren als bei vielen anderen Sportarten. Die ersten Wochen sind meistens nur hart zu bewältigen, deshalb ist auch die Hemmschwelle dem Biken gegenüber bei vielen Einsteigern sehr hoch. Biken wird im Wesentlichen geprägt von vier Grundvoraussetzungen und einer meist schmerzvollen Begleiterscheinung.

Kondition/Grundausdauer: Diese ist die Grundlage eines jeden Ausdauersports, mit einer guten Kondition ist man in der Lage lange Strecken auf dem Bike zurückzulegen und wieder schnell zu regenerieren. Neben dem biken kann man sie sehr gut trainieren mit dem Rennrad, durch Laufen oder Schwimmen bei niedriger bis mittlerer Intensität.

Kraftausdauer: Elementar wichtig beim biken, ohne Kraftausdauer lassen sich keine Berge fahren, aber diese gehören nun mal zum Mountainbike dazu. Deshalb machen untrainierte Biker meistens schon nach dem ersten oder spätestens zweiten längeren Anstieg schlapp, denn hier trennt sich die sprichwörtliche „Spreu vom Weizen“. Trainieren kann man es am besten auf dem Bike oder Rennrad bei gleichmäßigen Anstiegen, hier ist zu beachten die Geschwindigkeit über einen längeren, bestenfalls gemessenen Zeitraum aufrecht zu erhalten bei mittlerer bis hoher Intensität.

Fahrtechnik: Das Salz in der Suppe,  der Spruch „Fahrrad fahren lernt man schon als Kind“ hört spätestens beim Mountainbike auf, denn abseits asphaltierter Straßen gilt es vielerlei Hindernisse zu überwinden. Wer ambitioniert den „offroad Flow“ sucht, ist stets gefordert. Wurzeln, Äste, Felsen und Absätze gilt es gekonnt zu überwinden und enge, ruppige Trails (Wanderpfade) zu passieren. Hierzu ist eine gute Bike Beherrschung gefragt, das fängt mit der Balance beim Stehen auf den Pedalen an, und hört mit überspringen von Hindernissen mit dem „Bunny Hop“ auf. Hier ist in erster Linie „learning by doing“ gefragt, bestenfalls auf der Tour mit erfahrenen Bikern. Zusätzlich empfehlenswert hierzu sind Tages- oder Wochenendkurse diverser Anbieter (Tagespreis ca. 100€), wo unter Anleitung erfahrener Guides praktisch mit dem Bike hilfreiche Tricks erklärt- und geübt werden. Dazu gibt es Bikeparks zum lernen auf eigene Faust , auch in unserer Gegend (in Beerfelden /Odw)

Motivation: Gilt für alle Ausdauer Sportarten, doch beim biken besonders. Elend lange Anstiege, matschige und schwer passierbare Böden oder viel schnellere Biker können einen anfangs sehr schnell zur Verzweiflung bringen. Das verlangt in erster Linie nach viel Geduld, Frustrationstoleranz, Trainingsfleiß und Willensstärke. Deshalb ist es enorm wichtig besonders als Einsteiger zielgerichtet zu trainieren. Hierzu eignen sich besonders unsere geführten Einsteiger Touren mit erfahrenen Bikern, die das Tempo, Streckenniveau und die Dauer einer Tour vorgeben und bestimmen, denn gemeinsam „leidet“ es sich besser. Denn wer einmal über die Stränge schlägt, hat es umso schwerer seinen „inneren Schweinehund“ wieder zur nächsten Tour zu überzeugen. Als Grundsatz für alle Einsteiger gilt: Bestenfalls das Training dann beenden, wenn es am schönsten ist – nur dann hat man die Motivation ein weiteres mal das Bike aus der Garage zu holen. Erst wenn der Körper dem Kopf nach einigen Wochen signalisiert zu biken, ist die „Leidenszeit“ vorbei und der innere Schweinehund gebannt. Wer sich danach noch ein neues Bike zulegt und sofort den Unterschied spürt, ist doppelt motiviert. Immer dran denken, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, selbst  Bike Profis sitzen meistens schon 10 Jahre im Sattel um erstmals ein Rennen zu gewinnen – das sollte Ansporn genug sein.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Allerwertesten: Gerade am Anfang wird dieser sehr stark strapaziert, denn auch er muss sich erst an die neuen Belastung gewöhnen. Es ist also völlig normal, dass die ersten Wochen der Hintern während und auch nach dem Biken noch schmerzt, denn auch dieser muss erst trainiert werden. Bei hochwertigen Bikes sind in der Regel sehr gute Sättel verbaut, die aber auch erst einer Eingewöhnung bedürfen. Wenn sich die Probleme nach einigen Wochen nicht merklich bessern- und ggf. sogar über einen längeren Zeitraum taubheitsgefühle eintreten sollten empfiehlt es sich beim Händler den Hintern vermessen zu lassen und sich einen ergonomischen Sattel von der Firma SQ-Lab in der entsprechenden Breite zu leisten, diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen.

Wie lange dauert eine Tour und worauf muss ich beim Biken besonders achten?

Die Dauer einer Tour ist natürlich abhängig von der Fitness des Bikers und der gegebenen Streckencharakteristik, ebenso von Witterungseinflüssen. Für Einsteiger mit wenig Grundausdauer empfehlen wir im ersten Schritt eine Strecke auf breiteren Wald- und Feldwegen mit festem Untergrund zu fahren, denn zu Beginn ist es erst einmal wichtig sich mit dem Bike und der Belastung vertraut zu machen. Eine Dauer von 60-90 Minuten mit regelmäßigen Trinkpausen reicht vorerst zur Eingewöhnung völlig aus, dabei bewältigt man ca. 300 Höhenmeter und ca. 10-15 Km (das entspricht etwa der Strecke: BrandauàKaiserturmàBrandau). Das Pensum sollte vorerst 2 mal pro Woche mit mindestens 2 Tagen Pause dazwischen absolviert werden- hierzu eignen sich bestens unsere geführten Einsteiger-Touren!

Die nächste Steigerung sollte dann nach ca. 3-4 Wochen erfolgen. Um die Leistungssteigerung messen zu können, ist ein Tacho mit Zeitangabe hilfreich, dazu ist es ratsam öfters die gleichen Strecken zu trainieren um die Leistungssteigerung besser bewerten zu können, außerdem motiviert das zusätzlich. Je nach Fitness empfiehlt es sich, Anstiege möglichst langsam in den kleinsten Gängen zu kurbeln, damit die Muskeln nicht zu schnell übersäuern. Gerade bei längeren Anstiegen hilft es zusätzlich, sich gedanklich Markierungen in der Umgebung zu setzen und sich die Strecke somit „einzuteilen“, somit kann man die Motivation besser aufrechterhalten.

Bei Abfahrten ist das Tempo der Strecke und des Fahrkönnens entsprechend anzupassen. Knifflige Passagen sollte man zu Beginn noch vermeiden, denn diese kosten bei Einsteiger nur zusätzlich Kraft. Fortgeschrittene und ambitionierte Biker fahren im Durchschnitt Tagestouren von 25-50Km bei ca. 600-1500 Höhenmetern, auf Wald-, Wiesen- und Feldwegen sowie Trails. Die Dauer variiert dabei meist zwischen 2 und 4 Stunden je nach Streckencharakteristik und Fitness. Dazu gibt es inzwischen im gesamten Odenwald ein ausgeschildertes Streckennetz an Mountainbike Rundstrecken (www.mtb-geo-naturpark.de).

Welche Reparaturen kann ich an meinem Bike selbst durchführen?

Das hängt natürlich viel von der Begabung und dem technischen Verständnis eines Jeden ab. Grundsätzlich sind die üblichen Verschleißteile wie Bremsbeläge, Kettenantrieb und auch das Tretlager mit etwas Übung und Anleitung selbst recht einfach auszutauschen. Hier ist immer darauf zu achten die richtigen Ersatzteile und die oftmals speziellen Werkzeuge parat zu haben, diese gibt es im Fachhandel zu kaufen. Als sinnvolle Hilfestellung gibt inzwischen viele Anleitungsvideos oder Apps im Internet. Die Wartung sensibler Teile wie z.B. Federgabeln und Dämpfer, sowie ein Bremsflüssigkeitswechsel empfehlen wir immer vom Fachmann durchführen zu lassen.

Wie ist ein Mountainbike heute ausgestattet und was liegt zurzeit besonders im Trend?
  • Rahmen: Im höheren Preissegment wird nahezu ausschließlich Carbon verwendet, einzig im Enduro und Downhill Segment ist Aluminium noch breiter vertreten. Einsteiger Bikes und die günstigeren Modelle sind meist noch durchweg mit Alu Rahmen, selten wird auch noch Titan angeboten.

  • Laufräder: 27,5“ und 29“ Laufräder haben das Mountainbike Urmaß 26“ kürzlich verdrängt, es ist zu erwarten dass dies aufgrund der vielen Vorteile und der inzwischen ausgereiften Rahmen Geometrien auch so bleiben wird. Vorteile: Bessere Rolleigenschaften und Energieeffizienz, mehr Traktion, mehr Drehmoment, mehr Komfort, mehr Laufruhe. Nachteile: Geringere Beschleunigung, weniger wendig und etwas unhandlicher in engeren Passagen.

  • Reifen: Auch hier werden unterschiedliche Größen /Breiten /Profile angeboten. Während im Hardtail/Tourenfully Segment Breiten von 2,0“, 2,1“ und 2,25“ am weitesten verbreitet sind (auf 29“ Laufräder), werden im All-Mountain und Enduro Bereich 2,35“ und 2,4“ vermehrt angeboten (auf 27,5“ Laufräder). Jeder Reifenhersteller bietet Profile für den Race/Touren/All Mountain oder Enduro Einsatz an, die sich meist in der Stollenanzahl/größe, dem Pannen- und Flankenschutz unterscheiden. Es gibt Reifen mit Schlauch und Tueblessready, am weitesten verbreitet sind immer noch faltbare Schlauchreifen. Topseller: Schwalbe Nobby Nic, Conti Race King, Conti Mountain King, Schwalbe Fat Albert, Specialized Butcher. Hersteller sind: Schwalbe, Continental, Specialized, WTB, Michelin u.a.

  • Vario Sattelstütze: Für viele die sinnvollste Erfindung der letzten Jahre. Wer einmal eine hat, möchte sie nicht mehr missen. Hiermit kann man während der Fahrt per Knopfdruck die Sattelstütze absenken, das bringt deutlich mehr Sicherheit und Kontrolle im Downhill durch eine leichtere Schwerpunktverlagerung (beim Körper hinter den Sattel bewegen). Gehört bei neuen All-Mountain und Enduro Bikes inzwischen zur Serienausstattung. Hersteller sind Rockshox, Specialized, Kindshock, Procraft u.a., Preis 100-400€ je nach Ausführung und Bedienung

  • Bremsen: Bikes mit einem Neuwert von ca. 1000€ haben durchweg serienmäßig hydraulische Scheibenbremsen meistens mit 180mm Bremsscheiben Durchmesser. Hersteller sind Avid, Shimano, Formula, Magura u.a.

  • Federgabeln/Dämpfer: Neben den standardmäßigen Federelementen gibt es neuerdings auch Upside-down Federgabeln welche kurzum in Serie gehen, zudem gibt es neuerdings auch elektronisch gesteuerte Setups. Hersteller sind Rockshox, Fox, Suntour, DT Swiss u.a.

  • Schaltung: Neue Bikes sind in der Regel mit einem 2- oder 3- fach Antrieb ausgestattet mit 2x10 oder 3x10 Gängen je nach Biketyp, bis zuletzt wurden vermehrt noch 3x9 Gänge verbaut. Ganz neu am Markt ist nun der 1x11 Antrieb, wo kein Umwerfer mehr notwendig ist, somit besonders geeignet für den Renneinsatz. Als Neuheit gibt es inzwischen auch elektronisch geregelte Schaltwerke für das höhere Preissegment. Führende Hersteller sind Shimano und Sram

  • E-Bikes, im MTB Bereich meistens noch deutlich zu schwer und mit zu wenig Akkuleistung ausgestattet und vergleichsweise noch sehr teuer in der Anschaffung. Generell ist die allgemeine Akzeptanz von E-Bikes in der Biker Szene (noch) umstritten.

  • Fatbikes, das sind Mountainbikes meist ungefedert mit dicken Stollenreifen (Breite bis 4,0“), diese sind besonders im Schnee aufgrund maximalem Traktions- und Rollverhalten sehr gut geeignet, der Nachteil ist (noch) ein zu hohes Gewicht (ca. 20KG). Immer mehr Hersteller bieten inzwischen auch Fatbike Modelle an, doch im Moment besetzt es noch lediglich eine Nische am Markt.